„Kultur für alle“ Atelier-Frühstück mit OB-Kandidat Gert-Uwe Mende

Gert-Uwe Mende hält es grundsätzlich für gut, wenn sich Künstler in die Politik einmischen. Das unterstrich der SPD-Oberbürgermeisterkandidat beim Frühstück im Atelier von Kerstin Jeckel und Karl-Martin Hartmann. Als Letzterer sich am Sonntagmorgen einmischte, da rannte er bei Mende offene Türen ein insbesondere, wenn es darum ging, die Würde des Menschen und die soziale Verpflichtung des Eigentums zu wahren.

Ganz vorne auf Mendes Agenda im Fall seiner Wahl steht die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, danach eine bessere Mobilitätspolitik und die Armutsbekämpfung. Mehr Bauflächen in Wiesbaden lieber in Erbpacht zu vergeben, statt gewinnbringend zu verkaufen, ist einer von Mendes Bausteinen zur Entspannung der Situation.

„GUM“ will etwas dazu beitragen, „dass Armut nicht vererbt wird“. Ein Viertel aller Wiesbadener Kinder gelten als arm. Gert-Uwe Mende will deshalb vor allem die Schulen mit der größten Integrationsleistung bevorzugen, sprich: die Grundschulen, die meist keine Lobby hätten. Die müssten in einen ordentlichen Zustand versetzt werden.

Kulturpolitisch vertritt der SPD-Kandidat die Philosophie des früheren Frankfurter Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann († 2018), der eine „Kultur für alle“ propagiert und tatkräftig umgesetzt hatte. Zu Mendes Kulturpolitik gehört auch ein Austausch zwischen den Migrations- und Nichtmigrationskulturen.

Was die Kultur im Rathaus angeht, so will sich Gert-Uwe Mende am Geist der Hessischen Gemeindeordnung orientieren, die den Magistrat als ein auf Ausgleich bedachtes Organ bestimmt. Politik heißt für ihn Kommunikation, nicht einseitig, sondern „mit Rückspiegelung“. Was die in der Runde angesprochene mutmaßliche Vorteilsnahme im Rathaus betrifft, sagte Mende: „Ich habe einen ganz klaren Kompass und Wertekanon.“

Bei allen Appellen zur Wahrung der Grundrechte, die Karl-Martin Hartmann anmahnte, zeigte sich wieder einmal, wie viel mehr dem Publikum das Thema City-Bahn unter den Nägeln brennt. Mende trug seine Argumente für die Bahn vor: „Die Stadt war nie für so viele Autos gemacht.“ Er will aber  „die verhärtete Situation auflösen“, indem er für ein Vertreterbegehren, also einen Bürgerentscheid, plädiert.  (Manfred Gerber)